Globalisierung: Schreckensszenario oder Herausforderung mit Chancen? - Teil 2

Diskussion u. Nachbereitung zum Onlinevortrag vom 1.10.

Globalisierung ist keine neue "Erfindung". Sie beginnt, als Nachfahren von Lucy vor 3 Millionen Jahren aus Ost-Afrika auswanderten, um sich woanders neue Biotope zu erschließen und diese für sich zu gestalten. In der weiteren Menschheitsgeschichte gibt es eine Reihe von Entwicklungen und Ereignissen, die als "Treiber" in der Globalisierungsbeschleunigung identifiziert werden können, so z.B.: die Entdeckung Amerikas, der Buchdruck, die Industrielle Revolution, Telekommunikation - Sie alle führen in die moderne Welt, in der wir heute leben und die uns nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für unsere persönlichen Entwicklungen bietet.

Andererseits erwachsen aus diesen Prozessen aber auch unerwünschte Nebenwirkungen, so z.B.: ungünstige demographische Entwicklungen, Übernutzung von Ressourcen, Zerstörung unseres Lebensraums ... Diese haben heute ein Ausmaß und eine Entwicklungsgeschwindigkeit angenommen, dass sie in die Selbstregelungs-Prozesse innerhalb des Weltsystems und seiner Subsysteme eingreifen. So wird das Weltsystem instabil, beim Überschreiten von "Kipppunkten", wie es z.B. bei der Klimaveränderung zu befürchten ist, bricht es zusammen. Das Danach entstehende andere Weltsystem wäre nicht das Ende unseres Planeten, möglicherweise aber das Ende der Biotope, die wir Menschen zwingend zum Überleben brauchen.

Im Vorfeld der wissenschaftlichen Vermessung der Welt und der europäischen Aufklärung konnten unsere Vorfahren Tag - Nacht, wahr - unwahr, gut - böse, Krieg - Frieden, Teilchen - Welle, schwarz - weiß - ziemlich trennscharf unterscheiden. Sie haben die Grundlagen ihres Handelns auf solche, als gesichert angenommene Fundamente, gegründet. Heute finden wir uns in einer Welt voller Grautöne unterschiedlicher und wechselnder Intensität wieder. Selten ist das, was wir offenkundig wahrnehmen, die wirkliche Realität: "Keine Perspektive ist absolut, kein Standort fix und jeder Moment relativ zu anderen!" (Albert Einstein). Dieses "Weltsystem" ist hoch komplex und erst seine Dynamik begründet Systemstabilität ¦ und zwar solange, wie es nicht durch massive Eingriffe aus dem Gleichgewicht gebracht wird.

Wie können wir mit diesen, mit zunehmender Geschwindigkeit auf uns zukommenden, komplexen Veränderungsprozessen umgehen? Können wir überhaupt Einfluss auf sie nehmen oder überrennt uns die Globalisierung? Führt sie uns in eine Krise der internationalen Politik oder liegt gerade in dieser Krise des Weltsystems die menschliche Chance, das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung aktiv neu und nachhaltiger zu gestalten? Welche menschlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten sind dafür weiter zu entwickeln, welche neu zu erwerben? Wie sollte Bildung für einen solchen Entwicklungsschritt aussehen, der es uns als Menschen ermöglicht, trotz naturgesetzlichen, diktatorischen Vorgaben des Weltsystems, größtmögliche Freiheit und demokratische Beteiligung zu gewährleisten?

Referent:

Jörg Barandat, (*1959) war
- bis Ende 2019 Oberstleutnant i.G. und Dozent u.a. für "Sicherheitspolitik, globale Trends und strategisches Denken" an der Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg,
- davor u.a. militärischer Berater im Auswärtigen Amt und Referent für Militärpolitik im Bundesministerium der Verteidigung,
- 1996 und 1997 stellvertretender Leiter der deutschen Delegation bei den Verhandlungen über das Flussgebiets-Übereinkommen der Vereinten Nationen in New York,
- 1992-93 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg.

Datum Mo 05.10.2020, 19:00 - 21:00 Uhr
Ort Online-Kursraum der KEB im Bistum Regensburg
Gebühr kostenfrei, Spenden willkommen
Veranstalter KEB Neustadt-Weiden, ebw OPf
Anmeldung erforderlich über www.keb-weiden.de oder unter 0961 634964-2

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