Vortrag
Im mittelalterlichen Regensburg lagen die Lebenswelten von Christen und Juden eng beieinander: Man begegnete sich auf dem Markt, teilte künstlerische Motive in den Werkstätten und erlebte dieselben ritterlichen Feste im herzoglichen Bayern. Gleichzeitig forderte das von Jehuda he-Chassid in Regensburg geprägte Sefer Chassidim ("Buch der Frommen") eine radikale innerliche Abkehr von den Versuchungen und Bildern der Mehrheitsgesellschaft.
Dieser Vortrag stellt die visuelle Pracht bayerischer hebräischer Handschriften den asketischen Mahnungen des Sefer Chassidim gegenüber. Anhand eindrucksvoller Bildzeugnisse - von Opferszenen im Stil lokaler Klöster bis hin zu Turnierrittern und Tierfabeln auf hebräischem Pergament - lädt der Abend dazu ein, vertraute Stationen der Regensburger Stadtgeschichte aus der Perspektive jüdischer Schriftgelehrter und Buchmaler neu zu entdecken.
Referentin:
Prof. Dr. Laura Suzanne Lieber, Professorin für Transregionale Religionsgeschichte an der Universität Regensburg und Ko-Direktorin des Centre for Advanced Studies "Beyond Canon_". Zuvor lehrte sie von 2008 bis 2024 an der Duke University (USA), wo sie unter anderem das Center for Jewish Studies leitete. Sie wurde an der University of Chicago promoviert und am Hebrew Union College ordiniert. Sie hat umfassend zur jüdischen Literatur und liturgischen Poesie der Spätantike und des Mittelalters publiziert, zuletzt Staging the Sacred: Performance in Late Ancient Liturgical Poetry (2023).
| Veranstaltungsnr. | 7-85029 |
| Datum | Do 25.02.2027, 18:00 Uhr |
| Ort | Jüdisches Gemeindezentrum, Am Brixener Hof 2, 93047 Regensburg |
| Gebühr | kostenfrei |
| Veranstalter | Jüdische Gemeinde Regensburg, GCJZ Regensburg, Lehrstuhl für Transregionale Religionsgeschichte an der Universität Regensburg und KEB |
| Anmeldung | www.keb-regensburg-stadt.de oder anmeldung@keb-regensburg-stadt.de |
| Anmeldung bis | 24.02.2027 |